Haben Sie auch eine Technik-Frage an den Technik-Experten?

Wussten Sie schon? Akkus in Fernbedienungen? Richtig oder Falsch?

Oftmals sehen wir Kunden-Fernbedienungen (von TV-, Video- und Audiogeräten) in denen Akkus eingesetzt wurden. Manchmal kennen die Benutzer überhaupt nicht den Unterschied zwischen Akkus und Batterien. Sie glauben, dass sie die teureren und augenscheinlich besseren “Batterien” gekauft haben, da sie ja schließlich von der Form gleich aussehen und eine Fachberatung beim Kauf fehlte.
Die Spannung einer AA- oder AAA-Akku-Zelle beträgt 1,2V und bei einer AA- oder AAA-Batterie 1,5V. Es fehlen beim Einsatz von Akkus pro Zelle 0,3V Betriebsspannung. Die fehlende Spannung von 0,6V bei Fernbedienungen (in der Regel mit 2 Batterien) lässt die Sendeleistung minimieren und die Funktion beeinträchtigen.
Eine Fernbedienung verbraucht sehr wenig Energie, sodass herkömmliche Alkaline-Batterien in der Regel min. 2-3 Jahre halten. Akkus sind für „Leistungs-Geräte“ wie Schnurlos-Telefone oder motorbetriebene Geräte etc. entwickelt, die Lebensdauer ist abhängig von den Ladezyklen. Je öfter der Akku entleert und neu geladen wird, desto besser ist dieses für die Lebensdauer und Leistung. Die Akkus würden in einer Fernbedienung nur kurze Zeit halten und sind danach oft tiefen-entladen und defekt.
Fazit: Akkus in Infrarot-Fernbedienungen zu verwenden ist absolut falsch!
Für Geräte (z. B. Schnurlos-Telefone), die für den Akku-Betrieb hergestellt sind, ist das Betreiben mit Batterien nicht zu empfehlen, es können durch die höhere Batteriespannung schnell Beschädigungen hervorgerufen werden. Wird dieses Gerät dann noch in der Ladeschale geladen, kann das sogar zur Explosion der Batterien führen.
Ihr Technik-Experte
Rainer van Haren

Die Technik-Frage von Werner M.: Warum will mein OLED-TV regelmäßig kalibrieren?

Antwort: Die Kalibrierungs-Techniken im Gerät sorgen für weitestgehend gleichbleibende Bildqualität über die Lebensdauer. Die Lebenserwartung eines hochwertigen OLED-Bildschirmes liegt bei normaler Betriebsart bei ca. 30.000 Stunden (bis zum Erreichen der Hälfte der Ausgangs-Helligkeit). Dies ist wie bei jeder Technologie abhängig vom Nutzerverhalten. Jede bekannte Bildschirmtechnologie unterliegt grundsätzlich dem Prinzip von Abnutzung. Die OLED-Technologie bezieht ihre enormen Vorteile in der Bildqualität aus der Tatsache, dass OLED eine auf Subpixel-Ebene einzeln ansteuerbare selbstleuchtende Technologie ist. Je differenzierter eine Bildschirmtechnologie ansteuerbar ist, umso besser wird die Bildqualität, umso differenzierter ist aber theoretisch auch die Abnutzung möglich. Grundsätzlich gilt also, je differenzierter ein Bildschirm ansteuerbar ist, umso negativer wirken sich unbewegte Bilder oder Bildteile auf die Alterung aus, diese sollten also nach Möglichkeit vermieden oder zeitlich begrenzt werden. Siehe auch die Bedienungsanleitung Ihres Gerätes! Nach jeweils 4-6 Stunden Betriebszeit sollten OLED-Geräte einen „Kompensationslauf“ starten, sobald das Gerät ins Standby versetzt wird. Dieser Vorgang dauert wenige Minuten und entfernt Restspannungen in der Ansteuerung des OLED-Panels. Diese können bereits kurzfristig auftreten, verschwinden aber durch bewegte Bilder meist wieder von alleine oder werden beim nächsten „Kompensationslauf“ entfernt. Verhindert ein Nutzer die Kalibrierung, in dem immer „Netz-Aus“ und nie oder nur selten „Standby“ ermöglicht wird, entstehen ihm deutliche Nachteile in der Bildqualität und die Lebensdauer des Panels wird stark reduziert. Nach jeweils 1500 Stunden Betriebszeit startet das Gerät automatisch den „erweiterten Kompensationslauf“, ebenfalls nachdem das Gerät ins Standby versetzt wurde. Der Vorgang dauert insgesamt ca. 1,5 Stunden. Die erste Stunde dient ausschließlich dazu, dass das Panel abkühlen kann. Damit diese Kalibrierung möglichst exakt abläuft, muss das Panel bei jeder Kalibrierung eine ähnliche Temperatur haben, in dem Fall unter 40° C und muss daher vorher ggf. bis zu einer Stunde abkühlen. Danach wird der Kompensationslauf durchgeführt. Es sind evtl. zeitweise dünne weiße Linie auf dem Bildschirm sichtbar, die von oben nach unten wandern. Hierbei werden unregelmäßig gealterte Subpixel erfasst und kompensiert.
Ihr Technik-Experte
Rainer van Haren

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