Haben Sie auch eine Technik-Frage an den Technik-Experten?

Die Technik-Frage von Werner M.: Warum will mein OLED-TV regelmäßig kalibrieren?

Antwort: Die Kalibrierungs-Techniken im Gerät sorgen für weitestgehend gleichbleibende Bildqualität über die Lebensdauer. Die Lebenserwartung eines hochwertigen OLED-Bildschirmes liegt bei normaler Betriebsart bei ca. 30.000 Stunden (bis zum Erreichen der Hälfte der Ausgangs-Helligkeit). Dies ist wie bei jeder Technologie abhängig vom Nutzerverhalten. Jede bekannte Bildschirmtechnologie unterliegt grundsätzlich dem Prinzip von Abnutzung. Die OLED-Technologie bezieht ihre enormen Vorteile in der Bildqualität aus der Tatsache, dass OLED eine auf Subpixel-Ebene einzeln ansteuerbare selbstleuchtende Technologie ist. Je differenzierter eine Bildschirmtechnologie ansteuerbar ist, umso besser wird die Bildqualität, umso differenzierter ist aber theoretisch auch die Abnutzung möglich. Grundsätzlich gilt also, je differenzierter ein Bildschirm ansteuerbar ist, umso negativer wirken sich unbewegte Bilder oder Bildteile auf die Alterung aus, diese sollten also nach Möglichkeit vermieden oder zeitlich begrenzt werden. Siehe auch die Bedienungsanleitung Ihres Gerätes! Nach jeweils 4-6 Stunden Betriebszeit sollten OLED-Geräte einen „Kompensationslauf“ starten, sobald das Gerät ins Standby versetzt wird. Dieser Vorgang dauert wenige Minuten und entfernt Restspannungen in der Ansteuerung des OLED-Panels. Diese können bereits kurzfristig auftreten, verschwinden aber durch bewegte Bilder meist wieder von alleine oder werden beim nächsten „Kompensationslauf“ entfernt. Verhindert ein Nutzer die Kalibrierung, in dem immer „Netz-Aus“ und nie oder nur selten „Standby“ ermöglicht wird, entstehen ihm deutliche Nachteile in der Bildqualität und die Lebensdauer des Panels wird stark reduziert. Nach jeweils 1500 Stunden Betriebszeit startet das Gerät automatisch den „erweiterten Kompensationslauf“, ebenfalls nachdem das Gerät ins Standby versetzt wurde. Der Vorgang dauert insgesamt ca. 1,5 Stunden. Die erste Stunde dient ausschließlich dazu, dass das Panel abkühlen kann. Damit diese Kalibrierung möglichst exakt abläuft, muss das Panel bei jeder Kalibrierung eine ähnliche Temperatur haben, in dem Fall unter 40° C und muss daher vorher ggf. bis zu einer Stunde abkühlen. Danach wird der Kompensationslauf durchgeführt. Es sind evtl. zeitweise dünne weiße Linie auf dem Bildschirm sichtbar, die von oben nach unten wandern. Hierbei werden unregelmäßig gealterte Subpixel erfasst und kompensiert.
Ihr Technik-Experte
Rainer van Haren

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